Start       Bestellung       Mediadaten       Links       Leserstimmen        Kontakt       Impressum 
Aktuelles
Historisches
Kritisches
Frauen
Die Gaben der Natur
Musik
Tanz
Literatur
Malerei
Architektur
Kino
arabische Traditionen
Festivals
Austellungen

Zeitschriftenarchiv
Künstlerverzeichnis
Termine
Sitemap
Newsletter  

Musikinstrumente


Nay - die arabische Bambusflöte

ma
Flöten wurden offenbar unabhängig voneinander in vielen verschiedenen Regionen der Erde "erfunden". Wir kennen Funde aus dem ewigen russischen Eis, aus Irland, Dänemark, Afrika, Südamerika usw.


In den islamischen Regionen wurden Bambusflöten bzw. Schilfrohre gefunden, die an einem Ende zugespitzt (with the top egde sharpened) waren. Daraus hat sich vermutlich die Nay entwickelt. Sie besteht in der Regel aus einem offenen Bambus-, manchmal auch aus Schilfrohr. Der Bau der Nay beginnt mit der Suche nach dem richtigen Bambus. Er muss sehr gerade gewachsen sein und einen bestimmten Durchmesser haben. Seine Knoten müssen in regelmäßigen Abständen liegen. Ist das gegeben, wird der Bambus geerntet. Danach wird das Material getrocknet, ausgehöhlt, schließlich werden die Grifflöcher gebohrt.
  
Die Nay hat vorn sechs und hinten ein Griffloch für den Daumen. Die Tonhöhe der Nay hängt von der Länge der Röhre, ihre spezielle Klangfärbung von ihrem Durchmesser ab. Je länger sie ist, desto tiefer klingt sie, wobei die dicken jeweils wärmer klingen als die dünnen. Durch eine spezielle Überblastechnik ergibt sich ein Tonumfang von ca. zweieinhalb Oktaven. Die einzelnen Nay (Pl. von Nayat) werden nach ihrem Grundton benannt: z. B. Rast (C), Dokah (D), Sikah (E) usw. Um die gesamte Literatur der klassisch-arabischen Musik spielen zu können, ist es daher notwendig, einen ganzen Satz von Nayat zur Verfügung zu haben. Ein solcher Satz besteht immer aus sechs Nayat mit folgenden Grundtönen: C, D, E, F, G, A. Zusätzlich gibt es Flöten, die folgende Grundtäne haben: H, C, B.

Grundsätzlich ist es möglich, alle Töne des Maqam-Systems auf einer Nay zum Erklingen zu bringen, auch wenn dies bisweilen nahezu akrobatisches Können erfordert. Die Töne, die nicht auf den Grifflöchern liegen, müssen dann durch Halb- oder Viertelöffnung der Grifflöcher oder veränderte Anblaswinkel hervorgebracht werden. Allein das Anblasen der Nay ist bereits eine Kunst und bedarf langer und gründlicher Übung und vor allem auch innerer Ruhe, damit der Luftstrom entsprechend strömen kann. Der Atemstrom muss sehr sensibel gesteuert werden, da der Musiker bei zu hohem Luftdruck in eine höhere Oktave, bei zu geringem Luftdruck in die niedrigere Oktave rutscht. Die arabische Nay hat kein Mundstück und so ist es allein dem Können des Musikers überlassen, wie viele Töne er aus seinem Instrument herausholt. Vom Prinzip her ähnelt der Ansatz dem Anblasen eines Flaschenhalses.

Die Nay gehört zu den klassisch-arabischen Musikinstrumenten und ist eines der Instrumente des Takht-Ensembles. In der Folklore wird sie je nach Musikgattung eingesetzt. In der religiösen Musik findet sie besonders Verwendung in der meditativen Musik. Als Sufi-Musik kommt sie inzwischen über türkische Musiker wieder mehr zu Ehren.

Während die Saiten-Instrumente Oud und Qanun auch - in der Öffentlichkeit - von Frauen gespielt werden, ist mir keine einzige arabische Frau bekannt, die Nay spielt. Hier in Europa haben inzwischen einige Frauen die Bambusflöte als Hilfsmittel zur meditativen Arbeit entdeckt, weil es kaum eine interessantere Möglichkeit gibt, Atemschulung mit musikalischem Tun zu verbinden.

Google




Seitenanfang

Start       Bestellung       Mediadaten       Links       Leserstimmen       Kontakt       Impressum 
design by www.mediaagent.net