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Literatur / Bücher
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Bücher von Salim Alafenisch |
Salim
Alafenisch: Das versteinerte Zelt
ua
Der
alte Rababaspieler Musa lebt mit seiner Frau in einem Steinhaus.
Doch er träumt nicht mehr. Seine kluge Frau Zaneh meint,
dass es daran liegen müsse, dass die Träume sich im
Steinhaus nicht wohl fühlen. In den engen Mauern des Hauses
sind sie eingesperrt. "Im Zelt aus Ziegenhaar waren die
Träume frei. Sie konnten wandern und durch die Zeltlöcher
rein- und rausschlüpfen." (S. 12)
Die Zeit der Kamele ist unwiederbringlich vorbei. Jetzt leben
die Menschen in der Zeit der Steine. Doch die Steinhäuser
haben unersättliche Mäuler, sie verschlingen die Herden
der Beduinen, so dass das Leben völlig verändert ist.
Das Büchlein von Salim Alafenisch erzählt in mehreren
Geschichten, eingewoben in die Träume des alten Musa, der
einen Freund im Zelt besucht, um endlich wieder einmal seine
Träume empfangen zu können, u. a. von Neuerungen,
die Einzug in die Lager der Beduinen halten wie z. B. dem Radio,
der Fotografie, der Einführung von Personalausweisen, Rentenansprüchen
usw. Dabei erzählt es immer wieder von den alten Zeiten,
doch ohne jemals besonders wehmütig zu werden oder um die
alten Zeiten zu trauern. Sie sind eben vorbei und nach einigem
Zaudern sind auch die alten Männer bereit, die moderne
Technik zu benutzen. Nebenher erfährt man viel über
die Traditionen, über Sitten und Gebräuche, den Ehrenkodex
sowie Riten und Rituale der Beduinen. Alafenisch schreibt mit
einem gesunden Humor und macht so die Informationen, die dieses
Büchlein enthält, zu einem reinen Lesevergnügen.
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Salim
Alafenisch: Das Kamel mit dem Nasenring
ua
"Du hast Recht!
Meine Worte sind schwierig zu übersetzen. Wir waren bemüht,
den Tieren beizubringen, was eine Grenze ist; mit mäßigem
Erfolg! Sie reagieren zwar auf Strafen, aber den Sinn von
Grenzen haben sie immer noch nicht begriffen!"
In der Tat! Nach der Lektüre dieses Buches von Salim
Alafenisch stellt man den Sinn von Grenzen immer mehr in Frage.
Insbesondere für ein Volk, das seit Anbeginn der Zeit
immer auf Wanderschaft war, geleitet von den Hufen der Tiere
und den Spürnasen der Hirten, die die saftigsten Weidegründe
suchten. Doch die Zeiten haben sich dramatisch geändert.
Salim Alafenisch erzählt die Geschichte seines Stammes,
der zwischen den politischen Fronten im Nahen Osten aufgerieben
wird.
Am Anfang des letzten Jahrhunderts von den osmanischen Herrschern
bedrängt, haben die Engländer überhaupt kein
Verständnis für die Not der Beduinen, während
die Militärs von Israel und Jordanien einfache Hirten
zu Spionen und Drogenhändlern machen. Welchen anderen
Grund könnte es für sie geben, eine Grenze zu überschreiten.
Doch Salim zeigt feinsinnig, dass es nicht so einfach ist
und dass die Beduinen ihren Anspruch auf ein freies, menschenwürdiges
Leben auf ihre Art zu verteidigen wissen.
Ohne Schuldzuweisungen wird hier vom Stammesältesten
in poetischen Geschichten die historische Entwicklung mit
ihren Auswirkungen auf das Leben der Beduinen erzählt.
Abdallah, der durch den Hunger seines edlen weißen Kameles
mit dem Nasenring einmal in jordanische und danach in israelische
Gefangenschaft gerät, bringt seinen Wärter aus dem
Gefängnis zu seinem Hochzeitsfest mit. Auch nach all
diesen schweren Erfahrungen ist das Gastrecht immer noch heilig:
""Der Gast sei willkommen!" begrüßte
der Scheich den Wärter."
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Salim
Alafenisch: Der Weihrauchhändler
ua
Mit ineinander
verwobenen Geschichten unterhält Musa, der Rababaspieler,
der uns bereits aus dem "versteinerten Zelt" bekannt
ist, die Runde im Männerzelt. Dabei gibt es Sozialkritisches
zur Geschichte der Beduinen im Osmanischen Reich genauso wie
hinreißende Liebesgeschichten, die von dem Mut und der
Tapferkeit, der Würde und dem Ehrenkodex dieser Menschen
berichten. Immer mit einem Augenzwinkern, nie anklagend oder
bitter. Die Frauen sind ebenso raffiniert wie die Männer,
wenn es um Liebesangelegenheiten geht. Männer und Frauen
kommen zu Wort und erzählen von den Dingen, die ihnen
besonders wichtig sind. Letzten Endes findet Salem durch den
Weihrauchhandel sein Glück und seine Geliebte.
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Salim
Alafenisch: Die acht Frauen des Großvaters
ua
Wie autobiografisch
mag die Geschichte über den Großvater mit seinen
acht Frauen sein, die den Kindern am abendlichen Feuer von
der Mutter erzählt wird. Auf jeden Fall erfährt
der Leser sehr viel über Sitten und Gebräuche, über
Rituale und die Schlauheit der Frauen. Dass hier aus erster
Hand erzählt wird, macht die Geschichten noch spannender,
denn Salim Alafenisch schafft es - mit dem geschriebenen Wort
genau so wie mit dem gesprochenen -, seinen Leser so in seinen
Bann zu ziehen, dass er sich nach der Lektüre verwundert
die Augen reibt und sich fragt, wohin die Mutter und die anderen
Kinder, das Zelt, die Kaffeekanne und der Mond entschwunden
sind. War ich nicht eben noch mitten in der Nacht der Negev-Wüste?
Und schließlich fühlt man sich nicht mehr als Tourist
sondern als Gast, weil man Bescheid weiß über die
drei Kaffeeschälchen, das Gastrecht und viel andere Regeln
und Grundsätze.
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Salim Alafenisch:
Amira - Prinzessin der Wüste
ua
Auf dem Rückumschlag heißt es schlicht "eine Geschichte über
das Leben in der Wüste ab 10". Genau so schlicht wie die Ankündigung
ist die Sprache des Schriftstellers. Selbst Sohn eines Scheichs,
weiß er wovon er spricht. Und er hat die Gabe, seine Leser/Zuhörer
in seinen Bann zu ziehen. Man legt das Buch erst wieder aus
den Händen, wenn man weiß, wen Amira zu ihrem Bräutigam erwählt.
Das Buch erzählt das Leben Amiras und dabei entsteht ein regelrechter
Film vor dem inneren Auge des Lesers, so anschaulich weiß Alafenisch
das entbehrungsreiche Leben der Beduinen zu schildern. Dabei
umgeht er erfreulicherweise kein Tabu, Gewalt und Diebstahl
sind genauso Themen wie Geburt und Tod, Sexualität und Liebe.
Ob ein solches Leben romantisch ist, wage ich zu bezweifeln.
Es ist anders, völlig anders. Es hat seine strengen Regeln,
denen sich alle Stammesangehörigen unterwerfen müssen.
Täten sie es nicht, könnte dies die schlimmsten Folgen
für sie haben. Das Leben nimmt seinen Lauf, dabei passieren
durchaus auch Tragödien. Wie die Menschen in der Wüste
damit umgehen und wie geschickt sie zu richten und entscheiden
wissen, verpackt Alafenisch auf erstaunlich leichte Weise in
eine recht humorvollen Stil, der dem Leser viel über die
Andersartigkeit dieses Lebens vermittelt, ohne jemals lehrmeisterlich
zu wirken. Fast hat man das Gefühl, einem Märchen
zu lauschen und dennoch ist es fast so, als wenn Alafenisch
aus seinem eigenen Leben erzählt. |
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