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Die Malerin und Dichterin Dr. Samia Abdulrazzak aus Bahrain
Text und Fotos: Barbara Schumacher

34 bahrainische Künstler gründeten im Jahr 1983 die Bahrainische Kunstgesellschaft mit dem Ziel, eine Plattform für die zahlreichen künstlerischen Talente im kleinsten arabischen Land zu schaffen. Zu den Gründungsmitgliedern gehört Sheikh Rashid Bin Khalifa Al Khalifa, Mitglied der königlichen Familie, der heute als Präsident der Kunstgesellschaft fungiert. Eines der neuen Mitglieder der Kunstgesellschaft ist Dr. Samia Abdulrazzak, eine der wenigen Künstlerinnen in Bahrain. "Die Kunstgesellschaft hat den Vorteil, dass sie über eigene Ausstellungsräume verfügt und einen so guten Namen hat, dass sie weltweit Einzelausstellungen und Gruppenausstellungen der Mitglieder in Zusammenarbeit mit anderen Kunstgesellschaften oder Galerien organisiert", so die Künstlerin.


Dr. Samia Abdulrazzak

Den Doktortitel in Kunsterziehung erwarb sie 1992 an der Pennsylvania State Universität. Sie hatte mehrere Gemeinschafts-Ausstellungen ihrer Gemälde und Keramikarbeiten. Ihre erste eigene Ausstellung im März 2006 in der Kunstgesellschaft war ein solcher Erfolg, dass ein Bild ausgewählt wurde, Bahrain bei einem Festival über arabische Kultur in Paris zu repräsentieren. Sie nimmt an der jährlichen Ausstellung der Bahrain Art Society im Nationalmuseum teil und an Kunstausstellungen, die im Art Center in Bahrain stattfinden. "Ich bin derzeit künstlerisch sehr aktiv - die Malerei tröstet mich etwas darüber hinweg, dass meine Tochter, die offenbar mein künstlerisches Talent geerbt hat, seit einigen Monaten Bahrain verlassen hat und an der London University of Art studiert."

"Ich wuchs in einer kreativen Familie auf und erinnere mich, dass ich zu Hause die Wände voll gemalt habe, wofür ich natürlich bestraft wurde. Wenn ich male, bin ich in einer anderen Welt", so die Künstlerin. Alltagswelt ist nach 37 Jahren Unterrichts- und Lehrerfahrung im Bereich Kunsterziehung an Schule und Universität die Welt der Bahrain University. Ihre Bilder erkennt man an den gegenständlichen, kleinen, weiblichen Figuren zwischen abstrakten Mustern. "Wenn ich diese Figuren male, ist das, als ob ich ein Gedicht aufsage".

Meiner Bitte, ein kleines Gedicht zu zitieren, kommt sie spontan sehr gern nach. Das Gedicht mit dem Titel "Ein Wunsch" trägt sie in Arabisch vor - ich verstehe leider kein Wort, bin jedoch sehr angetan vom Klang der Worte und ihrer poetischen Stimme. In der Übersetzung lautet es so:

Die Nacht kommt nicht
und die Seele ist am Rand des Morgens
Der Mond sendet sein Licht
aber er kommt nicht über den Horizont
Rosen verstärken ihren Duft
und lassen mich träumen
Ich wünschte, die Nacht käme
Die Seele will ausruhen
aber der Weg ist weit.

Ihre Gedichte werden regelmäßig in der regionalen Zeitung Alayam veröffentlicht. Die Herausgabe eines Gedichtbandes ist geplant.


Gemälde von Samia Abdulrazzak

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