Start       Bestellung       Mediadaten       Links       Leserstimmen        Kontakt       Impressum 
Aktuelles
Historisches
Kritisches
Frauen
Die Gaben der Natur
Musik
Tanz
Literatur
Malerei
Architektur
Kino
arabische Traditionen
Festivals
Austellungen

Zeitschriftenarchiv
Künstlerverzeichnis
Termine
Sitemap
Newsletter  

Aktuelles


"Verlasst unser Land!"
Christian M. Jolibois

Der Archemandrit Dr. Theodosius Atallah Hanna wurde im Jahr 1965 in Galiläa geboren. Nach dem Besuch des griechisch-orthodoxen Priesterseminars in Jerusalem ging er 1983 nach Griechenland und studierte an der theologischen Fakultät der Universität Thessaloniki. Im Jahr 1991 wurde er in Jerusalem zum Priester geweiht. Der griechisch-orthodoxe Patriarch Diodoros I. setzte ihn als Verantwortlichen für arabische Angelegenheiten ein und ernannte ihn zu seinem Sprecher. Hanna gründete die orthodoxe Jugendbewegung und engagiert sich aktiv im muslimisch-christlichen Dialog.

Im Jahr 2001 wurde Irineios I. zum Nachfolger von Diodoros gewählt. Das Patriarchat von Jerusalem umfasst Israel, Palästina, und Jordanien. Traditionell wird der neue Patriarch von den jeweiligen Regierungen formell anerkannt, um seine Aufgaben wahrnehmen zu können. Israel verband die Anerkennung mit einer Reihe von Forderungen. Eine davon bestand in der Absetzung Hannas als Sprecher der griechisch-orthodoxen Kirche. Im Juli 2002 wurde Hanna durch einen griechischen Priester abgelöst.

Im August erfolgte auf Anordnung des Staatsanwalts Elyakim Rubinstein die Verhaftung und ein mehrstündiges Verhör Hannas. Der Vorwurf: Unterstützung terroristischer Gruppen und illegale Einreise in feindliche Länder. Israelischen Staatsbürgern, zu denen Hanna zählt, ist es untersagt, sich im Libanon oder in Syrien aufzuhalten, mit denen sich Israel de facto im Kriegszustand befindet. Dr. Hanna sieht seine Verhaftung als Teil des Plans der israelischen Regierung, kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen und einen Keil zwischen Muslime und Christen zu treiben.

Atallah Hanna setzt sich für das Rückkehrrecht aller vertriebenen palästinensischen Flüchtlinge ein und benennt den systematischen Terrorismus der israelischen Regierung. "Palästina erstreckt sich vom Mittelmeer bis zum Jordan. Wir sind nicht an die Grenzen des im Jahr 1916 von Sykes-Picot vereinbarten Abkommens gebunden. Wir halten unsere Beziehungen mit verschiedenen arabischen Staaten aufrecht. Israel hat kein Recht, uns daran zu hindern, nach Syrien oder in den Libanon zu gehen. Wir treffen uns ausnahmslos mit allen politischen und religiösen Vertretern."

Mit der Wahl von Irineios I. begann Israel Druck auf ihn und die griechisch-orthodoxe Kirche auszuüben. An seine Anerkennung als Patriarch wurden Bedingungen geknüpft: Neutralität der Kirche bei den Verhandlungen um Jerusalem, Entmachtung der arabisch-stämmigen Fürsprecher Palästinas sowie die Übertragung von Grundstücken an Israel.

Hanna erachtet die Besatzung Palästinas auf der Grundlage der Balfour-Deklaration von 1917 nicht als göttliche Verheißung. Gott erlaube weder die Besatzung eines Landes, noch die Demütigung und Unterdrückung eines Volkes. Die zionistische Interpretation sei falsch und verstelle die Tatsachen. Der Zionismus rechtfertige die Tyrannei und die Kontrolle über Land, das Anderen gehöre. "Die zionistischen Juden sind Fremde in unserem Land. Sie haben nicht das Recht sich hier niederzulassen. Wir glauben an keinen so-genannten Frieden mit Israel. Mit dem Teufel ist kein Frieden möglich. Jede Art von Frieden ist gleichbedeutend mit Konzessionen und Unterwerfung. Widerstand ist die Pflicht eines jeden Palästinensers. Unser Recht ist stärker als das der zionistischen Munitionslager. Die Zionisten plündern unser Land und sind unfähig, Frieden oder Stabilität zu schaffen. Ihr Schicksal wird es sein zu verschwinden, so wie alle Spielarten des Kolonialismus in unserem Land verschwunden sind. Verlasst unser Land!"

Im März 2005 ging eine Nachricht durch die Presse: "Die Griechisch-Orthodoxe Kirche verkauft eine gesamte Strasse von Jerusalem an jüdische Financiers". Hinter dem heimlich getätigten Verkauf der Omar bin al-Khattab-Strasse soll laut der Zeitung Maariv der Grieche Nicolas Papadamis - der persönliche Sekretär des Patriarchen Irineios I. - gestanden haben.

Den letzten arabisch-stämmigen Patriarchen der griechisch-orthodoxen Kirche in Jerusalem entbanden vor rund 500 Jahren die Osmanen von seinen Funktionen. Sein Name: Atallah

Google




Seitenanfang

Start       Bestellung       Mediadaten       Links       Leserstimmen       Kontakt       Impressum 
design by www.mediaagent.net